Auch in Sachen Klima neigen Journalisten inzwischen zu einer interpretierenden Berichterstattung – weg von den reinen Fakten oder zumindest über die reinen Fakten hinaus. Und Forscher der Medienwissenschaft haben jetzt einen noch problematischeren Sachverhalt erkannt: Die individuellen Einstellungen der Journalisten zum Klimawandel spiegeln sich in ihren Artikeln wider.
Neuigkeiten aus Natur, Wissenschaft und Technik
für den eiligen Leser gepresst und konzentriert.
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Donnerstag, 5. Januar 2017
Donnerstag, 24. November 2016
Die Tigermücke ist da und überwintert inzwischen in Südostdeutschland
Im Rahmen eines deutschen Moskito-Monitoring-Programms wurde der "Mückenatlas" (Moskito-Atlas) als Instrument der Bürgerbeteiligung an der Moskito-Kartierung eingeführt.
Donnerstag, 10. November 2016
Je schwerer die Jahresringe desto heftiger die Niederschläge
Jahresringe von Bäumen sind ein viel und erfolgreich genutztes Klimaarchiv, das auf einer Zeitskala von mehreren Jahrhunderten, manchmal sogar mehreren Jahrtausenden, eine Auflösung von Jahresfristen bietet. Isotopenverhältnisse in solchen Jahresringen werden lange schon angewendet, um Klimaparameter wie Temperatur und Niederschlag über die Lebenszeiten der Bäume hinweg zu messen.
In einer neuen deutsch-amerikanischen Studie untersuchten Forscher aus Mainz, Heidelberg und Salt Lake City stabile Wasserstoffisotopenverhältnisse (das sind Verhältnisse stabiler, also nicht-radioaktiver Isotope, wie H und D, aber nicht T) von Methoxylgruppen des Lignins verschiedener Baumarten, die entlang einer etwa 3500 km langen Linie in nord-südlicher Richtung durch ganz Europa gesammelt wurden - mit mittleren Jahrestemperaturen (MAT) im Bereich von - 4 bis + 17 ° C.
Die Wissenschaftler fanden dabei eine starke lineare Beziehung zwischen diesen MATs und den δ2H-Werten des Lignins.
Die Forscher verwendeten diese deutliche Korrelation, um MATs aus zufällig gesammelten Holzproben vorherzusagen und eine allgemeine Übereinstimmung zwischen vorhergesagten und beobachteten MATs für die mittleren geographischen Breiten weltweit zu finden. Diese Ergebnisse werden seitdem auf die Brauchbarkeit auf dem Gebiet des Paläoklimas diskutiert.
Alles deutet dabei darauf hin, dass δ2H-Werte von Lignin-Methoxylgruppen möglicherweise das Potenzial haben, MATs zu rekonstruieren, wenn sie auf die Jahresring-Chronologien von Bäumen der mittleren Breitengraden des späten Holozäns angewendet werden.
Die wissenschaftliche Grundlage hinter diesen Isotopenverhältnissen:
Isotopeneffekte sind generell sehr klein, da die verschiedenen Isotope eines Elements sehr ähnliche Massen haben. Ganz anders bei Wasserstoff: Hier ist das Deuterium (mit einem zusätzlichen Neutron im Atomkern) doppelt so schwer ist wie ein "normales" Protium. Deshalb haben chemische Bindungen mit Deuteronen eine erheblich tiefer liegende Nullpunktsschwingungsenergie. Damit einher geht eine deutlich erhöhte Aktivierungsenergie für Reaktionen, die diese Bindung brechen müssen, mit der Folge, dass solche Reaktionen bei gleicher Temperatur deutlich langsamer verlaufen als bei Bindungen mit H-Atomen: Beispielsweise bricht eine C—H-Bindung bei Raumtemperatur rund siebenmal so schnell wie eine C—D-Bindung.
Das ist der Ansatz für das Jahresringarchiv:
Da man davon ausgeht, dass in mittleren Breiten der Niederschlag linear abhängig von der Temperatur ist, diese Umgebungstemperatur wiederum darüber entscheidet, ob bei Reaktionen mit diesem Niederschlagswasser schweres Wasser (D2O) temperaturabhängig im Verhältnis zu normalem Wasser (H2O) mehr oder weniger schlecht reagiert, muss sich dies auch in jeder Reaktion niederschlagen, die in einem Baum oder einer anderen Pflanze dieses Wasser spaltet, um dieses Spaltprodukt in eine organische Verbindung zu übertragen. Wie etwa bei der Synthese der Methoxylgruppen im Lignin.
In jedem Baumring ist deshalb in den dort gespeicherten Lignin-Strukturen die Isotopenverteilung proportional der mittleren Niederschlagsmenge in diesem Jahr.
Die Ergebnisse der Studie noch einmal in Schlagzeilen:
In einer neuen deutsch-amerikanischen Studie untersuchten Forscher aus Mainz, Heidelberg und Salt Lake City stabile Wasserstoffisotopenverhältnisse (das sind Verhältnisse stabiler, also nicht-radioaktiver Isotope, wie H und D, aber nicht T) von Methoxylgruppen des Lignins verschiedener Baumarten, die entlang einer etwa 3500 km langen Linie in nord-südlicher Richtung durch ganz Europa gesammelt wurden - mit mittleren Jahrestemperaturen (MAT) im Bereich von - 4 bis + 17 ° C.
Die Wissenschaftler fanden dabei eine starke lineare Beziehung zwischen diesen MATs und den δ2H-Werten des Lignins.
Die Forscher verwendeten diese deutliche Korrelation, um MATs aus zufällig gesammelten Holzproben vorherzusagen und eine allgemeine Übereinstimmung zwischen vorhergesagten und beobachteten MATs für die mittleren geographischen Breiten weltweit zu finden. Diese Ergebnisse werden seitdem auf die Brauchbarkeit auf dem Gebiet des Paläoklimas diskutiert.
Alles deutet dabei darauf hin, dass δ2H-Werte von Lignin-Methoxylgruppen möglicherweise das Potenzial haben, MATs zu rekonstruieren, wenn sie auf die Jahresring-Chronologien von Bäumen der mittleren Breitengraden des späten Holozäns angewendet werden.
Die wissenschaftliche Grundlage hinter diesen Isotopenverhältnissen:
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| Foto: Rainer Sturm / pixelio.de |
Das ist der Ansatz für das Jahresringarchiv:
Da man davon ausgeht, dass in mittleren Breiten der Niederschlag linear abhängig von der Temperatur ist, diese Umgebungstemperatur wiederum darüber entscheidet, ob bei Reaktionen mit diesem Niederschlagswasser schweres Wasser (D2O) temperaturabhängig im Verhältnis zu normalem Wasser (H2O) mehr oder weniger schlecht reagiert, muss sich dies auch in jeder Reaktion niederschlagen, die in einem Baum oder einer anderen Pflanze dieses Wasser spaltet, um dieses Spaltprodukt in eine organische Verbindung zu übertragen. Wie etwa bei der Synthese der Methoxylgruppen im Lignin.
In jedem Baumring ist deshalb in den dort gespeicherten Lignin-Strukturen die Isotopenverteilung proportional der mittleren Niederschlagsmenge in diesem Jahr.
Die Ergebnisse der Studie noch einmal in Schlagzeilen:
- In mittleren Breiten spiegelt die δ2H-Signatur der Baumringe den jährlichen Niederschlag.
- Moderne mittlere Jahrestemperaturen konnten mit der δ2H-Signatur genau vorhergesagt werden.
- Die Ergebnisse werden im Kontext ihrer Relevanz für das Paläoklima diskutiert.
Freitag, 4. November 2016
Vom Klima, dicken Bäuchen, Sepsiserregern und Geisterfahrern
Vegetarier haben dicke Bäuche - oder es sind Dinosaurier
Bei den Säugetieren haben Pflanzenfresser im Durchschnitt eine zweimal so große Körperhöhle wie Fleischfresser ähnlicher Körpergröße, das heißt, sie haben größere Därme. Auf Dinosaurier trifft das aber offensichtlich nicht zu. Es ließ sich nicht der geringste Unterschied zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern feststellen.Die Resultate können nun einerseits darauf hindeuten, dass es schwierig ist, Dinosaurierskelette zuverlässig zu rekonstruieren. Der Befund kann andererseits auch aufzeigen, dass es einen grundlegenden Unterschied bei den morphologischen Prinzipien zwischen Säugetieren und anderen Tetrapoden gibt.
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| In der Studie wurden 3-D-Simulationen von 120 Tierskeletten von der Urzeit bis heute untersucht. Abb.: UZH |
Risiko Arzneimittelkopfschmerz
Mindestens 20 Tage pro Monat sollten Kopfschmerzpatienten ohne Schmerz- und Migränemittel auskommen. Durch die regelmäßige Einnahme der Mittel wird die Schmerzempfindlichkeit der Betroffenen erhöht. Ein Teufelskreis: Die Medikamente werden in zunehmend kürzeren Abständen konsumiert, verstärken aber das Problem, gegen das sie eigentlich helfen sollen. Bei Arzneimittelkopfschmerz hilft nur das vollständige Absetzen sämtlicher Schmerzmittel, was wegen der Entzugserscheinungen nur unter ärztlicher Aufsicht oder in einer spezialisierten Schmerzklinik erfolgen muss.Zur Meldung:
Demographie beschert weniger Steuereinnahmen
Die Alterung der Gesellschaft und der Bevölkerungsrückgang beeinträchtigen mittel- und langfristig die Steuereinnahmen in Deutschland. Bis zum Jahr 2060 wird die Bevölkerung in Deutschland nicht nur durchschnittlich älter, sondern auch deutlich kleiner sein als heute. Das Steueraufkommen wird in den nächsten Jahrzehnten entsprechend geringer. Dies zeigt eine Analyse von Fraunhofer FIT und Prognos im Auftrag des Bundesfinanzministeriums.![]() |
| Bis 2060 fällt das Einkommensteueraufkommen aufgrund demografischer Veränderungen 12 bis 21 Prozent geringer aus. Graphik: Fraunhofer FIT |
Link zur Studie:
Klimawandel in Deutschland: Umwälzende Veränderungen
Selbst eine globale Erwärmung von nur 1,5 - 2°C wird auch in Deutschland zu Veränderungen in allen Naturräumen, Wirtschaftssektoren und sämtlichen Lebensbereichen führen. Zunehmende Unwetteraktivitäten (Gewitter, Starkregen, Hagel und in Teilen Deutschlands auch Stürme) stellen Stadt und Land vor große Herausforderungen. Darüber hinaus wird sich durch den Klimawandel der Wasserhaushalt weiter verändern. Zum einen drohen verstärkte Niederschläge mit Hochwasser, zum anderen Dürreperioden, die die Grundwasserneubildung beeinträchtigen und die Wasserverkehrswege gefährden. Auch die Qualität der Acker- und Waldböden nimmt ab, etwa aufgrund von Vernässung oder Austrocknung. Eine verstärkte Bodenerosion wird die Menge an verfügbaren, produktiven Böden weiter reduzieren.
Die gesamte Pressemitteilung
Sepsiserreger in nur 24 Stunden enttarnt
Mikrobielle Krankheitserreger lassen sich durch Hochdurchsatzsequenzierung ihres Erbguts und spezielle bioinformatische Auswertungsalgorithmen innerhalb von nur 24 Stunden diagnostizieren. Dabei identifizieren diese Algorithmen die Erreger direkt über eine Sequenzanalyse ihres Erbguts (DNA) – ohne diese zuvor im Labor kultivieren zu müssen. Ein weiterer Vorteil: Enthalten die Proben nicht nur DNA von Bakterien, sondern auch von Viren oder Pilzen, werden diese ebenso sequenziert, analysiert und identifiziert.![]() |
| Mit modernen DNA-Sequenzierungstechnologien diagnostiziert das Fraunhofer IGB Sepsiserreger zuverlässig und innerhalb kürzester Zeit. Fraunhofer IGB |
Wink mit dem Zaunpfahl für Geisterfahrer
Drei Studenten haben ein solarbetriebenes Sensorsystem entwickelt, das Falschfahrer früh erkennt und Warnungen sowohl an Fahrer als auch Polizei oder Verkehrsfunk veranlassen kann. Der Prototyp, den die angehenden Ingenieure an der Universität des Saarlandes gebaut haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert und erfasst im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos. Dabei kann das System, das die Studenten bezeichnenderweise „Ghostbuster“ - „Geisterjäger“ - getauft haben, ein Auto in falscher Richtung von anderen Störungen, etwa durch Tiere, unterscheiden und mit Warn- und Informationssystemen verbunden werden.Die gesamte Pressemitteilung
Dienstag, 9. April 2013
Der Meeresboden der Antarktis in 3-D
Der Meeresboden der Antarktis. Jetzt in 3-D. Das Ergebnis einer Zusammenarbeit internationaler Forschungsinstitute, das sich sehen lassen kann.
Bathymetrische Vermessung mit Fächerecholotsystemen bieten ein schnelles Hilfsmittel, um Gestalt und Morphologie des Meeresbodens zu untersuchen. Das an Bord des Forschungsschiffes Polarstern installierte System Hydrosweep DS-2 liefert 59 Einzelmessungen der Wassertiefe und Echostärke je Ping. Zusätzlich liefert es Bodensichtsonar-Information (2048 Echos pro Ping). Das System kann mit einem Öffnungswinkel von 90 oder 120 Grad betrieben werden und ist für die Tiefseevermessung ausgelegt. Infografik: Alfred-Wegener-Institut
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