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Mittwoch, 10. Oktober 2018

Fettleibige haben im Krankenhaus höhere Überlebenschance

Die Existenz des Adipositas-Paradoxons, dass nämlich übergewichtige beziehungsweise adipöse Patienten bei einigen Erkrankungen bessere Überlebenschancen haben als normalgewichtige, konnte jetzt für periphere Arterienerkrankungen bestätigt werden.

Hintergrund

Frühere Studien haben ein solches Überlebensparadoxon bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) nahegelegt. Forscher aus Mainz untersuchten jetzt den Einfluss von Adipositas und Untergewicht auf ungünstige Verläufe dieser Erkrankungen im Krankenhaus.

Ergebnisse

Zwischen 2001 / 2005-12 / 2015 wurden 5.611.484 stationäre Patienten (64,8% Männer) mit dieser Erkrankung diagnostiziert; Davon hatten 8,9% Adipositas und 0,3% Untergewicht.

Adipöse Patienten waren im Schnitt jünger (70 (63 / 76) statt 73 (66/80) Jahre), waren häufiger weiblich (36,7% statt 35,1%), hatten seltener Krebs (4,9% statt 7,9%) und wurden seltener amputiert (2,6% statt 3,2%) im Vergleich zu der Referenzgruppe.

Insgesamt starben von diesen Patienten 277 876 (5,0%) Patienten im Krankenhaus. Übergewichtige Patienten zeigten dabei eine niedrigere Todesrate (3,2% statt 5,1%) im Vergleich zur Referenzgruppe und damit ein reduziertes Mortalitätsrisiko im Krankenhaus (OR 0,617 [0,607-0,627]). Dieses "Adipositasparadoxon" wurde in den Adipositasklassen

  • I (OR, 0,475 [0,461-0,490])
  • II (OR, 0,580 [0,557-0,605])
  • und III (OR, 0,895 [0,857 -0,934])
beobachtet und war unabhängig von Alter, Geschlecht und zusätzlichen Erkrankungen.

Untergewichtige Patienten zeigten eine höhere Mortalität im Krankenhaus (6,0% statt 5,1%) im Vergleich zur Referenzgruppe (OR 1,179 [1,106-1,257]) und zeigten eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit für Krebs (22,0% statt 7,9%).

Schlussfolgerungen

Fettleibigkeit ist mit einer geringeren Krankenhausmortalität bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit im Vergleich zu denen mit Normalgewicht/Übergewicht verbunden. Dieses Adipositas-Überlebensparadoxon ist unabhängig von Alter, Geschlecht und Komorbiditäten und wurde für alle Adipositas-Klassen beobachtet.

Hier und hier geht es zur Originalveröffentlichung

 

Montag, 14. Mai 2018

Tödliches Tandem: Fettleibigkeit und schwache Muskulatur

Paaren sich Fettleibigkeit und Übergewicht mit abnehmender Muskelmasse wird es gefährlich für den Patienten. Es drohen vorzeitige Gebrechlichkeit und Sterblichkeit. Speziell bei Reduktionsdiäten dürfen Patienten aber auch die behandelnden Ärzte deshalb die Gesunderhaltung der Skelettmuskulatur nicht aus den Augen verlieren.

Dienstag, 16. Januar 2018

Was Hänschen zu viel futtert, macht Hansi krank und depressiv

Wer mit 14 aufgrund falscher Ernährung zu dick ist, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit 17 einen hohen BMI, einen erhöhten Entzündungsstatus und leidet überproportional an Depressionen und anderen psychischen Problemen.

Mittwoch, 22. November 2017

Fette Männer verweiblichen

Mit zunehmender Fettleibigkeit schmiert das Testosteron ab. Das sollte jene Männer hellhörig werden lassen, deren Übergewicht oder Fettleibigkeit ihrem ästhetischen Empfinden bislang nicht im Wege stand. Denn es geht immerhin um ihre Libido und ihrem männlichen Selbstverständnis, Frauen glücklich machen zu können – und zu wollen. Jenseits der 60 erhöht sich bei übergewichtigen Männern dann auch noch das weibliche Hormon Östrogen! Bei jüngeren Männern sorgen solche hohen Östrogenspiegel für eine erhöhte Neigung zu Depressionen.

Dienstag, 21. Februar 2017

Paleo-Diät nach Expertenaussage empfehlenswert

Verschiedene Low Carb-Diäten – wie etwa die Paleo-Diät – basieren auf einer kohlenhydratarmen Kost. Das ist aus Expertensicht empfehlenswert. Eine Senkung des Kohlenhydratanteils auf 30 bis 40 Prozent der Gesamtenergieaufnahme bei gleichzeitiger Erhöhung des Fett- und Proteinverzehrs schneidet in Einzelaspekten besser ab als die klassischen fettarmen, kohlenhydratreichen Ernährungsformen. Vor allemPersonen mit Diabetes Typ 2 könnten von einer Low Carb-Ernährung besonders profitieren.

Samstag, 17. Dezember 2016

Geschmacksnoten süß und bitter entscheiden über Diät-Erfolg

Süß, sauer, bitter, salzig: Je nach Körperfülle sind wir unterschiedlich dazu in der Lage, diese einzelnen Geschmacksnoten herauszuschmecken. Mehr noch: Die Fähigkeit "süß" und "bitter" zu erkennen, entscheidet über den Erfolg einer Reduktionsdiät.

Sonntag, 20. November 2016

Gegen Fettleibigkeit - nur mit Disziplin und Interdisziplin

Überernährung und sitzende Lebensweise führen zu Übergewicht oder Fettleibigkeit. Diese als abnorme oder übermäßige Fettansammlung definierten Zustände des Körpers können die die Gesundheit schwer beeinträchtigen. Nach Angaben der WHO hat sich die Fettleibigkeit zwischen 1980 und 2008 weltweit nahezu verdoppelt.

2008 waren der WHO zufolge über 50% der Männer und Frauen in Europa übergewichtig und etwa 23% der Frauen und 20% der Männer fettleibig.

Umfassende diagnostische und therapeutische Ansätze sollten auch eine Ernährungsbehandlung beinhalten, um das beste metabolische und ernährungsphysiologische Ergebnis zu erzielen, aber auch um die potenziellen krankheitsspezifischen Vorteile durch eine ausgewählte Ernährungsstrategie anzuregen.

Denn Fettleibigkeit wird in der Regel von einer erhöhten Muskelmasse begleitet. Was erklären könnte, warum Fettleibigkeit, unter bestimmten Umständen, wie Krebs oder hohem Alter, schützende Auswirkungen haben könnte, ein Phänomen, das als "Adipositas-Paradoxon" in der Fachwelt diskutiert wird. Allerdings kann auch ein Verlust der Muskelmasse oder Muskelfunktion auftreten, was mit einer schlechteren Prognose einhergeht und als "Sarkopenische Adipositas" bezeichnet wird.

Daher müssen Behandlungsempfehlungen individualisiert und an das Vorliegen zusätzlicher Erkrankungen angepasst werden. Da Fettleibigkeit eine chronische systemische Erkrankung ist, erfordert sie einen multidisziplinären Ansatz, sowohl auf der Ebene der Prävention als auch im Bereich der Therapie einschließlich Gewichtsabnahme und Erhaltung.

In dem hier kurz vorgestellten Review zum Thema präsentieren eine große Anzahl von europäischen Autoren ihre Ergebnisse und Vorschläge. Jeweils aus der Sicht ganz verschiedener Disziplinen, darunter Endokrinologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Pädiatrie, Chirurgie, Geriatrie, Intensivmedizin, Psychologie und Psychiatrie, Sportmedizin und Rheumatologie.

Fazit: Die Wissenschaft fordert - auf Basis der Fakten aus der Grundlagenforschung als auch aus der Klinischen Forschung -, diese Epidemie der Fettleibigkeit mit einem multidisziplinären Ansatz zu bekämpfen.

Hier geht es zum Review

 

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