Die Blockchain-Technologie, ein internetbasiertes Buchungssystem, das zum Beispiel Bitcoin, eine der sogenannten Krypto-Währungen im World-Wide-Web betrugssicher macht, soll jetzt auch den immer internationaler und damit immer unübersichtlicher agierenden Nahrungsmittelsektor transparenter machen. Speziell Herkunftsnachweise von Lebensmitteln, die bei der Preisfindung oft entscheidend sind, sollen so den so lukrativen und stetig um sich greifenden Betrug in diesem Bereich künftig verhindern.
Neuigkeiten aus Natur, Wissenschaft und Technik
für den eiligen Leser gepresst und konzentriert.
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Freitag, 24. Mai 2019
Dienstag, 12. September 2017
Haare: ein Archiv für psychosomatische Belastungen
Körperliche Beschwerden, hervorgerufen durch psychische Belastungen, könnten künftig auch in den Haaren der Patienten nachgewiesen werden, wobei die Konzentrationen von dort abgelagerten Verbindungen tiefe Einblicke in jene Bereiche von Gehirn und Gentik gewähren, die Stress entstehen lassen und manifestieren.
Freitag, 6. Januar 2017
Kokain auf Geldscheinen – eine neue Form von Urban Mining?
Die empfohlene Dosis beim Schniefen von Kokain schwankt zwischen 25 mg und 60 mg pro Line für eine etwa 75 kg schwere Person – bei einem durchschnittlichen Wirkstoffgehalt. Wenn das Kokain einen hohen Wirkstoffgehalt hat, reicht schon eine deutlich niedriger Dosierung von nicht mehr als 10 mg.
Und jetzt die freudige Kunde aus dem BAM – der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung – für alle Koksnasen Berlins, aber wahrscheinlich auch für alle anderen aus Deutschland und der EU (mit kleinem Geldbeutel):
Mit Ultraschall, ein paar Tropfen Alkohol und einem Wattestäbchen lassen sich, wenn alles gut geht, schon von 10 Geldscheinen eine Nase voll, nämlich 10 mg, reines Kokain gewinnen.
Und jetzt die freudige Kunde aus dem BAM – der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung – für alle Koksnasen Berlins, aber wahrscheinlich auch für alle anderen aus Deutschland und der EU (mit kleinem Geldbeutel):
Mit Ultraschall, ein paar Tropfen Alkohol und einem Wattestäbchen lassen sich, wenn alles gut geht, schon von 10 Geldscheinen eine Nase voll, nämlich 10 mg, reines Kokain gewinnen.
Montag, 12. Dezember 2016
Radioaktivität in den eigenen vier Wänden: Thoron für unsere Lungen so schädlich wie Radon
Dass das radioaktive Radon im Boden und den Wänden unserer Häuser unseren Lungen erheblichen Schaden zufügen kann, ist wohl inzwischen vielen bekannt. Dass dies auch für Thoron gilt, der leichteren Schwester des Edelgases, ist den Wissenschaftlern bislang wohl deshalb entgangen, weil diese Schwester nicht nur leichter ist, sondern auch leichter und deshalb schneller zerfällt.
Freitag, 9. Dezember 2016
Hautfarbe - schneller Indikator für bevorstehende Erkrankung
Wer blass um die Nase ist, ist wohl gerade dabei, eine Krankheit "auszubrüten". Dass diese Volksweisheit auch einer spektroskopischen Überprüfung standhält, ist seit Kurzem Fakt: Die Haut wird heller, verliert an Rot- und Gelbtönen. Umkehrschluss: Ein Spektroskop in der Hand des Arztes kann den Beginn einer Erkrankung vorhersagen.
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Mit MikroRNAs den Körperflüssigkeiten am Tatort auf der Spur
MikroRNA, die robuste und fast unverdauliche kleine Schwester der mRNA bewährt sich mehr und mehr am Tatort eines Verbrechens. Körperflüssigkeiten können schnell und präzise damit klassifiziert werden.
Kaviar? - nicht ohne meinen Analytiker
Um die 10.000 Dollar kann ein Kilo Beluga-Kaviar kosten, ein gefundenes Fressen also für Betrüger, speziell für organisierte. Deshalb sollte man die (Kaviar)-Rechnung nicht ohne den Analytiker seines Vertrauens machen. Der hat nämlich seit neuestem eine genbasierte Methode im Köcher, mit der man gezielt gefälschte Eier von den echten unterscheiden kann.
Freitag, 2. Dezember 2016
Dendrochronologen - Kriminologen in Sachen Holz
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| Foto: Rainer Sturm / pixelio.de |
Mittwoch, 30. November 2016
Sepsis? Die Analyse der mikrobiellen DNA im Blut gibt eine zuverlässige Antwort
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| Foto: Michael Bührke / pixelio.de |
Dienstag, 29. November 2016
Gentest für Pferdefleisch in Nahrungsmitteln
Dienstag, 22. November 2016
CO2-Speicherung birgt Risiken, die untersucht werden müssen
Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung (CCS) wird als eine leistungsfähige Technologie betrachtet, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Sie wird als notwendige Zwischenlösung betrachtet, bis andere nachhaltige Energietechnologien in einem breiteren Maßstab verwendet werden können.
Trotz der Tatsache, dass bereits wissenschaftlich fundierte geologische Risikoanalysen vorliegen, fehlt eine wesentliche toxikologische Risikobewertung einschließlich aller Komponenten des Prozesses. Das meinen zumindest Forscher der Berliner Universität. Sie führten deshalb eine entsprechende Literaturstudie durch - mit dem Fokus auf potenzielle toxikologische Risiken der Co2-Speicherung.
Diese könnten in allen Teilen der CCS-Kette auftreten:
Zusätzlich könnte eine Kontamination von Trinkwasser aufgrund der Mobilisierung von gefährlichen Spurenelementen, wie Arsen, Nickel und Blei im Falle einer Leckage relevant werden.
Empfehlung der Forscher: Insgesamt sollten für die künftige Sicherheit der CCS weitere Untersuchungen
zur akuten CO2-Toxizität (mit Herleitung von Schwellenwerten für Massenvergiftungen)
zum akuten Notfallmanagement
und zu den möglichen Kontaminanten vorrangig verfolgt werden.
Auch sollten die Wissenslücken im Zusammenhang mit den Verunreinigungen des CO2 mit organischen Verbindungen geschlossen werden.
Hier geht es zur Originalveröffentlichung
Trotz der Tatsache, dass bereits wissenschaftlich fundierte geologische Risikoanalysen vorliegen, fehlt eine wesentliche toxikologische Risikobewertung einschließlich aller Komponenten des Prozesses. Das meinen zumindest Forscher der Berliner Universität. Sie führten deshalb eine entsprechende Literaturstudie durch - mit dem Fokus auf potenzielle toxikologische Risiken der Co2-Speicherung.
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| Foto: Günter Havlena / pixelio.de |
- beim der Rückgewinnung aus den Rauchgasen, wo entsprechende Waschchemikalien zum Einsatz kommen
- während des Transports im Falle von Unfällen
- und während der geologischen Lagerung, wenn ein Leck für den Austritt von CO2 oder Sole sorgt
Zusätzlich könnte eine Kontamination von Trinkwasser aufgrund der Mobilisierung von gefährlichen Spurenelementen, wie Arsen, Nickel und Blei im Falle einer Leckage relevant werden.
Empfehlung der Forscher: Insgesamt sollten für die künftige Sicherheit der CCS weitere Untersuchungen
zur akuten CO2-Toxizität (mit Herleitung von Schwellenwerten für Massenvergiftungen)
zum akuten Notfallmanagement
und zu den möglichen Kontaminanten vorrangig verfolgt werden.
Auch sollten die Wissenslücken im Zusammenhang mit den Verunreinigungen des CO2 mit organischen Verbindungen geschlossen werden.
Hier geht es zur Originalveröffentlichung
Montag, 14. November 2016
Testosteronspiegel beeinflussen Bereitschaft zum Wettkampf
Studien mit Tieren und Menschen haben gezeigt, wie wichtig die Rolle von Testosteron in Wettbewerbsinteraktionen ist. In einer Forschungsarbeit mehrerer deutscher Universitäten wurde jetzt untersucht, ob diese endogenen Testosteronspiegel die Entscheidung zum Konkurrieren mit anderen vorhersagen können. Das Design der Untersuchung zielte dabei darauf ab, Betrug in der Auseinandersetzung auszuschließen.
In dem Experiment mit echten monetären Anreizen lösten 181 Männer arithmetische Mathematikaufgaben zunächst unter einer nicht-kompetitiven Anzahl von Aufgaben, gefolgt von einem Wettbewerbsanreizsystem.
Bewertet wurden auch mehrere wettbewerbsrelevante Parameter wie Risikobereitschaft, Performanz und Vertrauen in die eigene Leistung. Die Testosteronspiegel im Speichel wurden vor und 20 Minuten nach der Wettkampfaufnahme mithilfe der Massenspektrometrie gemessen. Die Teilnehmer wurden zusätzlich in punkto CAG-Repeat-Polymorphismus des Androgenrezeptorgens genotypisiert. Von diesen Genotypen ist bekannt, dass sie die Wirksamkeit der Testosteron-Signalisierung in einer reziproken Beziehung zur Anzahl der CAG-Repeats beeinflussen.
Die CAG-Repests gehören zu den Triplett-Repeats. Es sind Nukleotidsequenzen im Genom des Menschen, in denen eine Dreierfolge von Nukleinbasen ständig wiederholt wird. Oft erhöhen sich diese Wiederholungen von Generation zu Generation und greifen dabei in das Geschehen verschiedener Erbkrankheiten ein.
Die Forscher beobachteten eine signifikante positive Assoziation zwischen basalem Testosteronspiegel und der Entscheidung zu konkurrieren, und stellten gleichzeitig fest, dass höhere Testosteronspiegel im Zusammenhang mit einem größeren Vertrauen in die eigene Leistung stehen.
Während die Anzahl der CAG-Wiederholungen nicht mit der Entscheidung zum Konkurrieren assoziiert war, stand eine geringere Anzahl von CAG-Wiederholungen mit einem größeren Vertrauen in die Konkurrenzfähigkeit in Zusammenhang, aber diese Wirkung war dem Effekt des Polymorphismus auf die tatsächliche Leistung zuzuschreiben. Insgesamt wurde eine Zunahme des Testosteronspiegels während und nach dem Experiment beobachtet, und diese Zunahme variierte mit den von den Probanden angegebenen Highschool-Mathe-Noten.
Diese neuesten Forschungsergebnisse erweitern nach Meinung der beteiligten Forscher das Verständnis dafür, dass das Androgensystems positiv auf das persönliche Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten einwirkt und daraus gleichzeitig geschlossen werden kann, dass Testosteron die Wettbewerbsfähigkeit fördert.
Fazit in Schlagzeilen:
In dem Experiment mit echten monetären Anreizen lösten 181 Männer arithmetische Mathematikaufgaben zunächst unter einer nicht-kompetitiven Anzahl von Aufgaben, gefolgt von einem Wettbewerbsanreizsystem.
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| Foto: bernhard_pixler / pixelio.de |
Die CAG-Repests gehören zu den Triplett-Repeats. Es sind Nukleotidsequenzen im Genom des Menschen, in denen eine Dreierfolge von Nukleinbasen ständig wiederholt wird. Oft erhöhen sich diese Wiederholungen von Generation zu Generation und greifen dabei in das Geschehen verschiedener Erbkrankheiten ein.
Die Forscher beobachteten eine signifikante positive Assoziation zwischen basalem Testosteronspiegel und der Entscheidung zu konkurrieren, und stellten gleichzeitig fest, dass höhere Testosteronspiegel im Zusammenhang mit einem größeren Vertrauen in die eigene Leistung stehen.
Während die Anzahl der CAG-Wiederholungen nicht mit der Entscheidung zum Konkurrieren assoziiert war, stand eine geringere Anzahl von CAG-Wiederholungen mit einem größeren Vertrauen in die Konkurrenzfähigkeit in Zusammenhang, aber diese Wirkung war dem Effekt des Polymorphismus auf die tatsächliche Leistung zuzuschreiben. Insgesamt wurde eine Zunahme des Testosteronspiegels während und nach dem Experiment beobachtet, und diese Zunahme variierte mit den von den Probanden angegebenen Highschool-Mathe-Noten.
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| Foto: Rike / pixelio.de |
Fazit in Schlagzeilen:
- Der Testosterongrundlevel eines Mannes korreliert positiv mit seiner Entscheidung, in einem Wettbekampf seine mathematischen Fähigkeiten zu beweisen.
- In denjenigen, die sich entscheiden, mit anderen in Wettbewerb zu treten, sind die höheren Testosteronlevel mit einem höheren Selbstvertrauen in die eigene Leistung verbunden.
- Die niedrigere Anzahl von Wiederholungen des Androgenrezeptor-CAG-Repeat-Polymorphismus ist mit einer höheren aktuellen Leistung verbunden
- Die Androgenlevel steigen während und nach dem Experiment - und zwar abhängig von den Highschool-Mathematik-Noten
Donnerstag, 10. November 2016
Je schwerer die Jahresringe desto heftiger die Niederschläge
Jahresringe von Bäumen sind ein viel und erfolgreich genutztes Klimaarchiv, das auf einer Zeitskala von mehreren Jahrhunderten, manchmal sogar mehreren Jahrtausenden, eine Auflösung von Jahresfristen bietet. Isotopenverhältnisse in solchen Jahresringen werden lange schon angewendet, um Klimaparameter wie Temperatur und Niederschlag über die Lebenszeiten der Bäume hinweg zu messen.
In einer neuen deutsch-amerikanischen Studie untersuchten Forscher aus Mainz, Heidelberg und Salt Lake City stabile Wasserstoffisotopenverhältnisse (das sind Verhältnisse stabiler, also nicht-radioaktiver Isotope, wie H und D, aber nicht T) von Methoxylgruppen des Lignins verschiedener Baumarten, die entlang einer etwa 3500 km langen Linie in nord-südlicher Richtung durch ganz Europa gesammelt wurden - mit mittleren Jahrestemperaturen (MAT) im Bereich von - 4 bis + 17 ° C.
Die Wissenschaftler fanden dabei eine starke lineare Beziehung zwischen diesen MATs und den δ2H-Werten des Lignins.
Die Forscher verwendeten diese deutliche Korrelation, um MATs aus zufällig gesammelten Holzproben vorherzusagen und eine allgemeine Übereinstimmung zwischen vorhergesagten und beobachteten MATs für die mittleren geographischen Breiten weltweit zu finden. Diese Ergebnisse werden seitdem auf die Brauchbarkeit auf dem Gebiet des Paläoklimas diskutiert.
Alles deutet dabei darauf hin, dass δ2H-Werte von Lignin-Methoxylgruppen möglicherweise das Potenzial haben, MATs zu rekonstruieren, wenn sie auf die Jahresring-Chronologien von Bäumen der mittleren Breitengraden des späten Holozäns angewendet werden.
Die wissenschaftliche Grundlage hinter diesen Isotopenverhältnissen:
Isotopeneffekte sind generell sehr klein, da die verschiedenen Isotope eines Elements sehr ähnliche Massen haben. Ganz anders bei Wasserstoff: Hier ist das Deuterium (mit einem zusätzlichen Neutron im Atomkern) doppelt so schwer ist wie ein "normales" Protium. Deshalb haben chemische Bindungen mit Deuteronen eine erheblich tiefer liegende Nullpunktsschwingungsenergie. Damit einher geht eine deutlich erhöhte Aktivierungsenergie für Reaktionen, die diese Bindung brechen müssen, mit der Folge, dass solche Reaktionen bei gleicher Temperatur deutlich langsamer verlaufen als bei Bindungen mit H-Atomen: Beispielsweise bricht eine C—H-Bindung bei Raumtemperatur rund siebenmal so schnell wie eine C—D-Bindung.
Das ist der Ansatz für das Jahresringarchiv:
Da man davon ausgeht, dass in mittleren Breiten der Niederschlag linear abhängig von der Temperatur ist, diese Umgebungstemperatur wiederum darüber entscheidet, ob bei Reaktionen mit diesem Niederschlagswasser schweres Wasser (D2O) temperaturabhängig im Verhältnis zu normalem Wasser (H2O) mehr oder weniger schlecht reagiert, muss sich dies auch in jeder Reaktion niederschlagen, die in einem Baum oder einer anderen Pflanze dieses Wasser spaltet, um dieses Spaltprodukt in eine organische Verbindung zu übertragen. Wie etwa bei der Synthese der Methoxylgruppen im Lignin.
In jedem Baumring ist deshalb in den dort gespeicherten Lignin-Strukturen die Isotopenverteilung proportional der mittleren Niederschlagsmenge in diesem Jahr.
Die Ergebnisse der Studie noch einmal in Schlagzeilen:
In einer neuen deutsch-amerikanischen Studie untersuchten Forscher aus Mainz, Heidelberg und Salt Lake City stabile Wasserstoffisotopenverhältnisse (das sind Verhältnisse stabiler, also nicht-radioaktiver Isotope, wie H und D, aber nicht T) von Methoxylgruppen des Lignins verschiedener Baumarten, die entlang einer etwa 3500 km langen Linie in nord-südlicher Richtung durch ganz Europa gesammelt wurden - mit mittleren Jahrestemperaturen (MAT) im Bereich von - 4 bis + 17 ° C.
Die Wissenschaftler fanden dabei eine starke lineare Beziehung zwischen diesen MATs und den δ2H-Werten des Lignins.
Die Forscher verwendeten diese deutliche Korrelation, um MATs aus zufällig gesammelten Holzproben vorherzusagen und eine allgemeine Übereinstimmung zwischen vorhergesagten und beobachteten MATs für die mittleren geographischen Breiten weltweit zu finden. Diese Ergebnisse werden seitdem auf die Brauchbarkeit auf dem Gebiet des Paläoklimas diskutiert.
Alles deutet dabei darauf hin, dass δ2H-Werte von Lignin-Methoxylgruppen möglicherweise das Potenzial haben, MATs zu rekonstruieren, wenn sie auf die Jahresring-Chronologien von Bäumen der mittleren Breitengraden des späten Holozäns angewendet werden.
Die wissenschaftliche Grundlage hinter diesen Isotopenverhältnissen:
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| Foto: Rainer Sturm / pixelio.de |
Das ist der Ansatz für das Jahresringarchiv:
Da man davon ausgeht, dass in mittleren Breiten der Niederschlag linear abhängig von der Temperatur ist, diese Umgebungstemperatur wiederum darüber entscheidet, ob bei Reaktionen mit diesem Niederschlagswasser schweres Wasser (D2O) temperaturabhängig im Verhältnis zu normalem Wasser (H2O) mehr oder weniger schlecht reagiert, muss sich dies auch in jeder Reaktion niederschlagen, die in einem Baum oder einer anderen Pflanze dieses Wasser spaltet, um dieses Spaltprodukt in eine organische Verbindung zu übertragen. Wie etwa bei der Synthese der Methoxylgruppen im Lignin.
In jedem Baumring ist deshalb in den dort gespeicherten Lignin-Strukturen die Isotopenverteilung proportional der mittleren Niederschlagsmenge in diesem Jahr.
Die Ergebnisse der Studie noch einmal in Schlagzeilen:
- In mittleren Breiten spiegelt die δ2H-Signatur der Baumringe den jährlichen Niederschlag.
- Moderne mittlere Jahrestemperaturen konnten mit der δ2H-Signatur genau vorhergesagt werden.
- Die Ergebnisse werden im Kontext ihrer Relevanz für das Paläoklima diskutiert.
Dienstag, 8. November 2016
Identifizierung von Meeresfrüchten anhand von DNA-Barcodes
In dieser Studie wurden 118 Meeresfrüchteprodukte analysiert, vor allem Fische und Garnelen, die in Supermärkten und von Fischern in Nordwestdeutschland gekauft wurden. Verschiedene verarbeitete Produkte von frisch bis konserviert wurden unter Verwendung von zwei verschiedenen Extraktionskits durch Amplifizieren der längeren (~ 650 bp) sowie kürzeren (~ 320 bp) DNA-Barcodes, die zur Cytochrom-c-Oxidase-Untereinheit I (COI) gehören, analysiert.
Insgesamt konnten für 81,4% der analysierten Produkte auf diese Weise aussagekräftige Barcodes erzeugt werden. Die Ausfallrate für die längeren, vollständigen Barcode-Primers betrug dabei 32,2%, aber von 43,2% dieser fehlgeschlagenen Fälle wurden immerhin noch die kürzeren Mini-Barcodes erfolgreich und zweifelsfrei identifiziert.
Dies demonstriert, dass Mini-Barcodes einen wichtigen Beitrag zur Barcode-basierten Identifizierung über eine breite Palette von Produkten liefern können.
In sieben Produkten wurden Unterschiede zwischen der Produktkennzeichnung und den identifizierten Barcodes unter Verwendung einer DNA-Referenzbibliothek festgestellt.
Insgesamt waren damit 5,2 % der untersuchten Produkte falsch etikettiert - wohl in betrügerischer Absicht.
Fazit: Die Kombination der beiden DNA-Etikettierungen erwies sich als erfolgreicher als eine der Einzeletikettierungen.
Hier gehts zum Originalartikel in "Food Control"
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| Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de |
Dies demonstriert, dass Mini-Barcodes einen wichtigen Beitrag zur Barcode-basierten Identifizierung über eine breite Palette von Produkten liefern können.
In sieben Produkten wurden Unterschiede zwischen der Produktkennzeichnung und den identifizierten Barcodes unter Verwendung einer DNA-Referenzbibliothek festgestellt.
Insgesamt waren damit 5,2 % der untersuchten Produkte falsch etikettiert - wohl in betrügerischer Absicht.
Fazit: Die Kombination der beiden DNA-Etikettierungen erwies sich als erfolgreicher als eine der Einzeletikettierungen.
Hier gehts zum Originalartikel in "Food Control"
News aus Deutschland
Magnetband gegen Reflux
Wenn Schlucken zur Qual wird, leiden die Betroffenen in der Regel an der Refluxkrankheit. Die Universitätsmedizin Mainz bietet jetzt eine neue besonders schonende, minimalinvasive Methode zur Behandlung des Reflux an: Dabei setzt der Operateur ein flexibles Magnetband zwischen Speiseröhre und Magen ein. Dieses verstärkt den unteren Speiseröhrenschließmuskel aufgrund seiner magnetischen Eigenschaft und verhindert den Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre.![]() |
| Kleines Magnetband mit großer Wirkung: Das neue implantierbare Antirefluxsystem verhindert den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Thomas Böhm (Universitätsmedizin Mainz) |
Peinlicher Pups
Mitten in einem Gespräch kündigt sich im Bauch ein peinlicher Wind an - was sagt die Etikette? "Verlassen Sie den Raum, je nach Situation mit einem kurzen 'Entschuldigung, bitte'", sagt Inge Wolff vom Arbeitskreis Umgangsformen International. Und wenn doch mal ein Wind unversehens entwischt? "Dann ist Schweigen die richtige Reaktion." Empfehlung an die anderen im Raum: "Überhören Sie das unfreiwillige Körpergeräusch taktvoll, um die betroffene Person nicht in eine peinliche Situation zu bringen."Robbo in schwarzer Robe
Verträge abschließen oder sich scheiden lassen und das alles vollautomatisch am PC. Sieht so die Zukunft des juristischen Alltags aus? Während sich im angloamerikanischen Raum eine "Legal Tech"-Szene entwickelt hat und beispielsweise bereits vollautomatisierte Streitschlichtungsverfahren möglich sind, stoßen solche Technologien im europäischen Rechtsraum auf eine eher geringe Resonanz. (Noch, sagen Fachleute, die Industrie 4.0 besser verstanden haben als die deutschen Initiatoren.)Die gesamte Pressemitteilung
Wurzeln geht ein Licht auf wie Glaskabeln
Forschern und Forscherinnen des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie konnten erstmalig zeigen, dass Wurzeln der Ackerschmalwand, der Drosophila der Floraforschung, direkt auf Licht reagieren, das vom Spross in die unterirdischen Pflanzenteile übertragen wird. Wurzeln können so das Pflanzenwachstum an die Lichtbedingungen der Umgebung anpassenDie gesamte Pressemitteilung
Zellkultur in 3D
Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlern des Departements Biosysteme der ETH Zürich in Basel entwickelte eine Zellkultur-Technologieplattform, um die Wechselwirkung von Wirkstoffen mit verschiedenen dreidimensionalen Körpergewebeproben zu untersuchen. Während herkömmliche Zellkulturexperimente auf einem flachen «Zell-Rasen» in einer Petrischale stattfinden, nutzt die neue Technik einen Chip, in dem kleine kugelförmige Zell-Aggregate mit einem Durchmesser von knapp einem halben Millimeter verwendet werden![]() |
| Von den ETH-Wissenschaftlern entwickelte spezielle Mikrotiterplatten (neue Generation) für die Anwendung der neuen Technik. ETH Zürich / Olivier Frey |
Die gesamte Pressemitteilung
Hirnhautentzündung lässt sich wegpieksen
Alle acht Minuten stirbt weltweit eine Person an einer Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung). Besonders betroffen sind Säuglinge im ersten Lebensjahr sowie Kleinkinder und Jugendliche. 20 Prozent der Überlebenden einer Meningokokken-Infektion tragen lebenslange Folgeschäden davon. Dazu gehören Nierenversagen, Hirnschäden, Verlust von Gliedmaßen oder Hörverlust. Von Meningokokken ausgelöste Erkrankungen werden oft fehldiagnostiziert und können innerhalb von 24 Stunden tödlich enden. Und bei einem von zehn Betroffenen ist das auch der Fall. Empfohlen wird deshalb für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat eine Impfung gegen Meningokokken C. Eine Impfung gegen Meningokokken B wird bisher für Personen mit eingeschränkter Immunfunktion (z. B. nach Milzentfernung) empfohlen oder für jene, die in engem Kontakt mit einem Meningokokken-Erkrankten stehen. Für die nur selten vorkommenden Serogruppen A, W135 oder Y gibt es zudem eine Impfempfehlung, falls eine gesundheitliche Gefährdung - z. B. bei Laborpersonal oder bei Reisen in Risikogebiete - vorliegt.Zum Artikel:
Töpfern und Malen gegen den Schmerz
Kreative Beschäftigung heißt die Zauberformel, die Schmerzen lindern kann, geistig fitter macht und ein Schlüssel zu einem gesunden Alter ist. An sich neue Seiten zu entdecken und die Aufmerksamkeit auf die eigenen Stärken zu lenken, das stärkt die Seele und lindert sogar viele Krankheiten. Man kann also sagen: Kreativ sein hilft heilen.Zum Artikel:
Flicken für kranke Herzen
Im Labor gezüchtete Herzmuskelstreifen wachsen auf kranken Herzen von Meerschweinchen an und verbessern die Herzfunktion. Das fand ein Team von Forschern aus Deutschland, Norwegen, Schottland und den USA heraus und berichtet darüber in der aktuellen Ausgabe von Science Translational Medicine.![]() |
| Im Labor gezüchtetes Herzmuskelgewebe wird wie ein Flicken auf das kranke Herz genäht. Foto: DZHK/Weinberger |
Freitag, 4. November 2016
Vom Klima, dicken Bäuchen, Sepsiserregern und Geisterfahrern
Vegetarier haben dicke Bäuche - oder es sind Dinosaurier
Bei den Säugetieren haben Pflanzenfresser im Durchschnitt eine zweimal so große Körperhöhle wie Fleischfresser ähnlicher Körpergröße, das heißt, sie haben größere Därme. Auf Dinosaurier trifft das aber offensichtlich nicht zu. Es ließ sich nicht der geringste Unterschied zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern feststellen.Die Resultate können nun einerseits darauf hindeuten, dass es schwierig ist, Dinosaurierskelette zuverlässig zu rekonstruieren. Der Befund kann andererseits auch aufzeigen, dass es einen grundlegenden Unterschied bei den morphologischen Prinzipien zwischen Säugetieren und anderen Tetrapoden gibt.
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| In der Studie wurden 3-D-Simulationen von 120 Tierskeletten von der Urzeit bis heute untersucht. Abb.: UZH |
Risiko Arzneimittelkopfschmerz
Mindestens 20 Tage pro Monat sollten Kopfschmerzpatienten ohne Schmerz- und Migränemittel auskommen. Durch die regelmäßige Einnahme der Mittel wird die Schmerzempfindlichkeit der Betroffenen erhöht. Ein Teufelskreis: Die Medikamente werden in zunehmend kürzeren Abständen konsumiert, verstärken aber das Problem, gegen das sie eigentlich helfen sollen. Bei Arzneimittelkopfschmerz hilft nur das vollständige Absetzen sämtlicher Schmerzmittel, was wegen der Entzugserscheinungen nur unter ärztlicher Aufsicht oder in einer spezialisierten Schmerzklinik erfolgen muss.Zur Meldung:
Demographie beschert weniger Steuereinnahmen
Die Alterung der Gesellschaft und der Bevölkerungsrückgang beeinträchtigen mittel- und langfristig die Steuereinnahmen in Deutschland. Bis zum Jahr 2060 wird die Bevölkerung in Deutschland nicht nur durchschnittlich älter, sondern auch deutlich kleiner sein als heute. Das Steueraufkommen wird in den nächsten Jahrzehnten entsprechend geringer. Dies zeigt eine Analyse von Fraunhofer FIT und Prognos im Auftrag des Bundesfinanzministeriums.![]() |
| Bis 2060 fällt das Einkommensteueraufkommen aufgrund demografischer Veränderungen 12 bis 21 Prozent geringer aus. Graphik: Fraunhofer FIT |
Link zur Studie:
Klimawandel in Deutschland: Umwälzende Veränderungen
Selbst eine globale Erwärmung von nur 1,5 - 2°C wird auch in Deutschland zu Veränderungen in allen Naturräumen, Wirtschaftssektoren und sämtlichen Lebensbereichen führen. Zunehmende Unwetteraktivitäten (Gewitter, Starkregen, Hagel und in Teilen Deutschlands auch Stürme) stellen Stadt und Land vor große Herausforderungen. Darüber hinaus wird sich durch den Klimawandel der Wasserhaushalt weiter verändern. Zum einen drohen verstärkte Niederschläge mit Hochwasser, zum anderen Dürreperioden, die die Grundwasserneubildung beeinträchtigen und die Wasserverkehrswege gefährden. Auch die Qualität der Acker- und Waldböden nimmt ab, etwa aufgrund von Vernässung oder Austrocknung. Eine verstärkte Bodenerosion wird die Menge an verfügbaren, produktiven Böden weiter reduzieren.
Die gesamte Pressemitteilung
Sepsiserreger in nur 24 Stunden enttarnt
Mikrobielle Krankheitserreger lassen sich durch Hochdurchsatzsequenzierung ihres Erbguts und spezielle bioinformatische Auswertungsalgorithmen innerhalb von nur 24 Stunden diagnostizieren. Dabei identifizieren diese Algorithmen die Erreger direkt über eine Sequenzanalyse ihres Erbguts (DNA) – ohne diese zuvor im Labor kultivieren zu müssen. Ein weiterer Vorteil: Enthalten die Proben nicht nur DNA von Bakterien, sondern auch von Viren oder Pilzen, werden diese ebenso sequenziert, analysiert und identifiziert.![]() |
| Mit modernen DNA-Sequenzierungstechnologien diagnostiziert das Fraunhofer IGB Sepsiserreger zuverlässig und innerhalb kürzester Zeit. Fraunhofer IGB |
Wink mit dem Zaunpfahl für Geisterfahrer
Drei Studenten haben ein solarbetriebenes Sensorsystem entwickelt, das Falschfahrer früh erkennt und Warnungen sowohl an Fahrer als auch Polizei oder Verkehrsfunk veranlassen kann. Der Prototyp, den die angehenden Ingenieure an der Universität des Saarlandes gebaut haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert und erfasst im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos. Dabei kann das System, das die Studenten bezeichnenderweise „Ghostbuster“ - „Geisterjäger“ - getauft haben, ein Auto in falscher Richtung von anderen Störungen, etwa durch Tiere, unterscheiden und mit Warn- und Informationssystemen verbunden werden.Die gesamte Pressemitteilung
Freitag, 12. Februar 2016
Fett-Analytik wie geschmiert
Analytik wie geschmiert
Industriell hergestellte Glyceride finden breite Verwendung in so unterschiedlichen Wirtschaftszweigen wie der Lebensmittel- und die Kosmetikindustrie. Selbst Biodiesel wird so hergestellt. Oft ist dabei die Prozessanalytik schwieriger als die Verfahren selbst, weil es sich dabei meist um Mehrphasen-Systeme handelt, was eine Probenahme sehr fehleranfällig macht. An der Uni Hamburg-Haburg konnte man jetzt dagegen Abhilfe schaffen.
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