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Donnerstag, 7. September 2017

Kühe schützen Kinder vor Asthma und Allergien

Kinder, die in traditionellen landwirtschaftlichen Umgebungen aufwachsen, sind vor der Entwicklung von Asthma und Allergien geschützt. Dieser "Farm-Effekt" kann weitgehend durch den frühen Kontakt des Kindes mit Nutztieren, insbesondere Kühen, und ihren Mikroben erklärt werden.

Mittwoch, 1. März 2017

Mit unserer Vorliebe für bestimmte Nahrungsmittel entscheiden wir über die Größe unseres Carbon Fingerprints

Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft in China könnten sowohl von der Versorgerseite (Produktion) als auch von der Nachfrage-Seite (Verbrauch, Konsum) gemildert werden. Dazu müsste das Management der landwirtschaftlichen Produktion und die Zusammensetzung der menschlichen Nahrung nachhaltig verändert werden. Nicht nur in China.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Klimakiller Stadt könnte Ruder herumreißen

Städte sind Hotspots des Verbrauchs an Energie, Nahrungsmittel und Wasser. Damit sind sie besondere Treiber des unerwünschten Klimawandels. Dass diese Entwicklung durch eine vernünftigere Städteplanung zumindest verlangsamt werden könnte, beweisen jetzt neue Zahlen aus München.

Dienstag, 29. November 2016

Wie man Nerze artgerecht halten kann

Foto: Anna Wójtowicz • CC-BY-SA-3.0
Wer Tiere in Zoos, möglicherweise auch in Zuchtfarmen, artgerecht halten will, braucht die Hilfe von Forschern, die in entsprechenden Studien optimale Bedingungen für die Haltung ermitteln. So jetzt auch für Nerze, dämmrungsaktiven Tieren mit besonderen Vorlieben.

Freitag, 25. November 2016

Stiefmütterliche Behandlung der Invasions-Biologie

 
Bärenklau aus Osteuropa. Foto: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de
Weltweite Untersuchungen bestätigen nun, was die Wissenschaft seit Jahrzehnten behauptet hat: biologische Invasionen haben große Auswirkungen auf die einheimische Flora und Fauna und sind eine der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit.

 

Mittwoch, 23. November 2016

Biomasse ist mehr als Stroh und Sägespäne

Wenn wir an Biomasse denken, kommt uns sofort das in den Sinn, was bei den Ernten an Abfall- und Beiprodukten anfällt - speziell Stroh der verschiedenen Getreidesorten. Vielleicht auch noch das, was bei der Holzwirtschaft übrigbleibt.

Aber Biomasse ist mehr, viel mehr.

93 biogene Abfallprodukte haben Forscher aus Leipzig, Hamburg, Bremen und Jena mithilfe umfangreicher Literaturrecherche zusammengetragen. Und in fünf Gruppen eingeteilt:

Foto: Gerhard Giebener / pixelio.de
  • Landwirtschaftliche Abfall- und Beiprodukte
  • Rückstände aus Wald und Holzwirtschaft
  • Siedlungsabfälle
  • Rückstände aus industrieller Produktion
  • Rückstände aus anderen Bereichen
So erfahren wir, dass Landwirtschaft natürlich auch "Vieh"-wirtschaft, besser Nutztierwirtschaft ist, bei der tierischer Kot anfällt - von Kuhmist über Schweinegülle bis Hühnermist.

In die Kategorie "Holz" fällt auch industrielles Abfallholz (z.B. Paletten).

Zu den Siedlungsabfällen gehören neben den Rückständen (Klärschlämme) der Kläranlagen auch alles, was nicht in einen Recyclingprozess einfließt: Küchenabfälle, Grünschnitt der Gärten, Abfälle der Wochenmärkte, Kantinen und Lebensmittelläden. Öle aus dem Hausmüll und aus Abscheidern.

Zu den industriellen Rückständen gehören die Kadaver kranker Tiere, verendeter Tiere, Schlachtabfälle und andere nicht verwertbare Teile von Tieren. Genauso der Beifang beim Fischfang, der Rückstand von Mühlen und Ölpressen, Kleie, Mehlstaub. Rückstände der Brauereien, inklusive Bierhefen. Rückstände der Weinherstellung und die Rückstände aus vielen weiteren Bereichen der Lebensmittelindustrie und Lebensmittelherstellung.

Unter der letzten Kategorie läuft vor allem alles, was in den Arbeitsbereich von kommunalen Gartenbauämter fällt: Grünschnitt von Parkanlagen und Straßenrändern. Rückstände der Ufer- und Flusswasserpflege.

Die Ergebnisse zeigen ein technisches Biomassepotential von bis zu 1.500 kg pro Kopf der Bevölkerung. Ein Anteil von etwa 60 % wird bereits heute energetisch verwertet. Bis zu 40 % sind noch ungenutzt.

Bis zu 7 % des heutigen deutschen Energiebedarfs könnte mit dieser Biomasse erzeugt werden. 13 % werden es sein, wenn die politisch gewollte Reduzierung des Energiebedarfs um etwa die Hälfte Realität werden wird.

Voraussetzung: Das zur Zeit vorliegende Datenmaterial über anfallende Biomasse sollte komplettiert werden. Speziell im Bereich der Siedlungsabfälle und den Abfällen des städtischen Gartenbaus sind sie noch lückenhaft.

Eine lückenlose Datenlage hätte für die Politik Beschlussfassungs- oder zumindest Entscheidungsfindungs-Potential.

Hier geht es zum Review (Open Access)

 

Montag, 14. November 2016

Die konventionelle Landwirtschaft produziert nicht nachhaltig genug

Um eine höhere Nachhaltigkeit der Winterweizen- und Maisproduktion in Europa zu gewährleisten, müssen Anbausysteme mit verschiedenen Ebenen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM, Integrated Pest Management) im Feldversuch getestet und auf ihre Nachhaltigkeit validiert werden, bevor sie von den Landwirten übernommen werden.

Allerdings ist die Nachhaltigkeitsbewertung von Anbausystemen aufgrund der komplexen ökonomischen, sozialen und ökologischen Dimensionen der Nachhaltigkeit nur schwer durchführbar. Innerhalb des EU-Forschungsprojekts PURE wurden von 2011 bis 2014 neun Langzeitversuche in verschiedenen Regionen Europas durchgeführt und dabei zwei IPM-Systeme gegenüber dem konventionellen System (CS) im Winterweizen- und Maisanbau verglichen.

Foto: Erich Westendarp / pixelio.de
IPM1 umfasste dabei einige wenige Pestizid-Anwendungen in semi-variablen Fruchtfolgen, während IPM2 reduzierte und nicht-chemische Schädlingsbekämpfungs-Methoden in vielen unterschiedlichen Fruchtfolgen begünstigte.

Das modifizierte DEXiPM (DEXi Pest Management)-Modell für Ackerkulturen wurde für Ex-post-Überprüfungen verwendet, um die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit dieser Systeme zu vergleichen.

Die Untersuchungen zeigten, dass sich das CS in sechs von neun Studien insgesamt als nicht nachhaltig erwies. Und zwar aufgrund der geringen Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit, die vor allem auf einen hohen Pestizideinsatz zurückzuführen war, und auf vereinfachte Fruchtfolgen, bei denen die Auswahl der Kulturpflanzen in erster Linie marktorientiert ist.

Im Gegensatz dazu konnten sechs IPM1- und fünf IPM2-Systeme als nachhaltig eingestuft werden, wobei für alle drei Nachhaltigkeitsmessungen "mittlere" oder "hohe" Werte erzielt wurden. Die Unterschiede in den sozioökonomischen Bedingungen in den einzelnen Ländern und/oder den unterschiedlichen Klima- und Bodenverhältnissen in den experimentellen Studien belegten, dass IPM auf allgemeinen Grundsätzen beruht, die aber an spezifische lokale Bedingungen angepasst werden müssen.

Insgesamt umfassten IPM-Systeme vielfältigere Fruchtfolgen und mehr unterschiedliche Verfahrenweisen im Vergleich zum CS. Sie fördern Strategien mit weniger Pestizideinsatz, aber auch eine verminderte Abhängigkeit von Pestiziden, die etwaige Ertragseinbußen durch die Einsparungen bei den Pestizid- und Anwendungskosten zumindest teilweise kompensieren konnten.

Die Forscher aus sechs europäischen Ländern empfehlen, die Ergebnisse ihrer Studie an politische Entscheidungsträger, Berater und Landwirte weiterzugeben und ihre Umsetzung auf regionaler Ebene zu prüfen. Es empfehle sich ferner, regionale Politik zur Förderung der Annahme nachhaltigerer Systeme auf der Grundlage von IPM-Grundsätzen sowie eine bessere Unterstützung durch eine stärkere Einbindung der regionalen Beratungsstellen in die allgemeine Umsetzung der IPM zu entwickeln.

Foto: M. Großmann / pixelio.de
Die Ex-post-Analyse mit DEXiPM identifizierte aber auch die Einschränkungen der IPM1- und IPM2-Systeme, die als nicht nachhaltig bewertet werden mussten. Diese bezogen sich zum einen auf Umweltprobleme für jene IPM1-Systeme, die immer noch vorwiegend auf Pestizidverwendung angewiesen sind und weniger unterschiedliche Fruchtfolgen aufweisen, und zum andern auf ökonomische Probleme für IPM2-Systeme, hauptsächlich aufgrund der Wahl weniger rentabler Getreide in der Fruchtfolge und Ertragseinbußen, die durch die sehr geringe Verwendung von Pestiziden oder den Ersatz von Pestiziden durch weniger wirksame nichtchemische Methoden verursacht werden.

Auch die Identifikation dieser Einschränkungen - so die Forscher - sei ein wertvoller Beitrag für die lokale und regionale Diskussion über die IPM-Einführung und die Entwicklung nachhaltigerer Anbausysteme.

Die Fakten noch einmal als Schlagzeilen

  • Die meisten konventionellen Systeme (CS) im Test erwiesen sich insgesamt als nicht nachhaltig.
  • IPM-Systeme mit geringerem Pestizideinsatz und diversifizierten Fruchtfolgen waren insgesamt nachhaltig.
  • Die meisten IPM1-Systeme könnten die ökonomische Nachhaltigkeit im Vergleich mit der CS erhalten oder sogar verbessern.
  • Nachhaltige IPM-Systeme sollten auf regionaler Ebene umgesetzt werden.
  • DEXiPM Ex-post ist ein nützliches Werkzeug zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Systemen.
Hier geht es zum Originalpaper

 

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