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Dienstag, 20. Dezember 2016

Klimakiller Stadt könnte Ruder herumreißen

Städte sind Hotspots des Verbrauchs an Energie, Nahrungsmittel und Wasser. Damit sind sie besondere Treiber des unerwünschten Klimawandels. Dass diese Entwicklung durch eine vernünftigere Städteplanung zumindest verlangsamt werden könnte, beweisen jetzt neue Zahlen aus München.

Montag, 5. Dezember 2016

Mitbringsel in die Dritte Welt: Arzneimittel im Schiffsabwasser

Kreuzfahrtschiffe blasen nicht nur die schädlichen Abgase ihrer Schweröle in die Luft, aus "vollen Rohren" wird gleichzeitig ins Meer entlassen, was vorher jeden Passagier verlassen hat. Und diese Fäkalien - aber nicht nur diese - enthalten oft bedenkliche Chemikalien: Arzneimittelreste, UV-Filter-Substanzen - und jetzt immer häufiger auch Mikrokunststoffe. Eine aktuelle Bestandsaufnahme soll künftige Gegenmaßnahmen erleichtern.

Mittwoch, 23. November 2016

Biomasse ist mehr als Stroh und Sägespäne

Wenn wir an Biomasse denken, kommt uns sofort das in den Sinn, was bei den Ernten an Abfall- und Beiprodukten anfällt - speziell Stroh der verschiedenen Getreidesorten. Vielleicht auch noch das, was bei der Holzwirtschaft übrigbleibt.

Aber Biomasse ist mehr, viel mehr.

93 biogene Abfallprodukte haben Forscher aus Leipzig, Hamburg, Bremen und Jena mithilfe umfangreicher Literaturrecherche zusammengetragen. Und in fünf Gruppen eingeteilt:

Foto: Gerhard Giebener / pixelio.de
  • Landwirtschaftliche Abfall- und Beiprodukte
  • Rückstände aus Wald und Holzwirtschaft
  • Siedlungsabfälle
  • Rückstände aus industrieller Produktion
  • Rückstände aus anderen Bereichen
So erfahren wir, dass Landwirtschaft natürlich auch "Vieh"-wirtschaft, besser Nutztierwirtschaft ist, bei der tierischer Kot anfällt - von Kuhmist über Schweinegülle bis Hühnermist.

In die Kategorie "Holz" fällt auch industrielles Abfallholz (z.B. Paletten).

Zu den Siedlungsabfällen gehören neben den Rückständen (Klärschlämme) der Kläranlagen auch alles, was nicht in einen Recyclingprozess einfließt: Küchenabfälle, Grünschnitt der Gärten, Abfälle der Wochenmärkte, Kantinen und Lebensmittelläden. Öle aus dem Hausmüll und aus Abscheidern.

Zu den industriellen Rückständen gehören die Kadaver kranker Tiere, verendeter Tiere, Schlachtabfälle und andere nicht verwertbare Teile von Tieren. Genauso der Beifang beim Fischfang, der Rückstand von Mühlen und Ölpressen, Kleie, Mehlstaub. Rückstände der Brauereien, inklusive Bierhefen. Rückstände der Weinherstellung und die Rückstände aus vielen weiteren Bereichen der Lebensmittelindustrie und Lebensmittelherstellung.

Unter der letzten Kategorie läuft vor allem alles, was in den Arbeitsbereich von kommunalen Gartenbauämter fällt: Grünschnitt von Parkanlagen und Straßenrändern. Rückstände der Ufer- und Flusswasserpflege.

Die Ergebnisse zeigen ein technisches Biomassepotential von bis zu 1.500 kg pro Kopf der Bevölkerung. Ein Anteil von etwa 60 % wird bereits heute energetisch verwertet. Bis zu 40 % sind noch ungenutzt.

Bis zu 7 % des heutigen deutschen Energiebedarfs könnte mit dieser Biomasse erzeugt werden. 13 % werden es sein, wenn die politisch gewollte Reduzierung des Energiebedarfs um etwa die Hälfte Realität werden wird.

Voraussetzung: Das zur Zeit vorliegende Datenmaterial über anfallende Biomasse sollte komplettiert werden. Speziell im Bereich der Siedlungsabfälle und den Abfällen des städtischen Gartenbaus sind sie noch lückenhaft.

Eine lückenlose Datenlage hätte für die Politik Beschlussfassungs- oder zumindest Entscheidungsfindungs-Potential.

Hier geht es zum Review (Open Access)

 

Abwasser in Kläranlagen: Aus Süßstoff wird Sanitärreiniger

Die gute Nachricht vorweg: Acesulfam, ein weit verbreiteter Süßstoff, der deshalb auch weitverbreitet in unseren Abwässern landet, wird in den Kläranlagen vollständig abgebaut.

Das ist das Ergebnis einer Arbeit aus dem Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe und der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz.

Faultürme einer Kläranlage. Foto: Carola Langer / pixelio.de
Die weniger gute Nachricht: Das offenbar einzige Abbauprodukt von Acesulfam ist die Amidosulfonsäure - und die umgeht alle Abbau-System in den Klärbottichen.

Die Nachricht, die das Ganze nicht besser macht: Der Großteil dieser Amidosulfonsäure kommt nicht aus dem Abbau des Süßstoffes, sondern landet als einer der Inhaltsstoffe von Entkalkern und Sanitärreinigern im Abwasser.

Das Gute im Bedenklichen: Diese Chemikalie könnte aufgrund ihrer Resistenz gegen chemischen und mikrobiologischen Abbau besser als das bisherige Acesulfam als der deutlich bessere Abwassermarker dienen.

Bleibt die Frage, ob diese Chemikalie, die unsere Kläranlagen offenbar anstandslos passiert, auf dem Weg ins Trinkwasser an anderer Stelle aufgehalten werden.

Hier geht es zur Originalveröffentlichung

 

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