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Donnerstag, 15. November 2018

Achtung Eltern!: In der ersten Reihe lernt es sich besser

Streber sitzen in der ersten Reihe, das war schon immer so, die renitenten Loser in den hinteren Reihen. Die schulischen Leistungen fallen dieser Sitzordnung entsprechend nach hinten deutlich ab.

Dienstag, 15. August 2017

Wirksam!: »Zuckerpillen« gegen ADHS

ADHS lässt sich zwar mit einem Neurofeedback-Training deutlich reduzieren, aber nicht stärker als mit einem Schein-Neurofeedback-Training. Die Wirksamkeit des Verfahrens liegt demnach nicht über dem Bereich einer normalen Placebo-Wirkung.

Viele Studien deuten darauf hin, dass das elektroenzephalographische (EEG) Neurofeedback bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) von Vorteil sein könnte. Allerdings sind die Zahlen gut kontrollierter Studien niedrig, und Neurofeedback-Techniken gelten als sehr umstritten.

PD Dr. Michael Schönenberg
Eine aktuelle Studie von Forschern aus Tübingen, Bamberg, Bayreuth und Budapest untersuchte jetzt die Wirksamkeit (verglichen mit einem Schein-Neurofeedback) und die Effizienz (im Vergleich zur meta-kognitiven Therapie) eines Standard-EEG-Neurofeedback-Protokolls bei Erwachsenen mit ADHS. Dabei versuchen die Probanden bestimmte auf einem Bildschirm sichtbar gemachte Aktivitätsmuster ihres Gehirns bewusst zu beeinflussen. (Im Schein-Experiment werden fremde, vom Gehirn des Probanden unabhängige Bilder gezeigt.)

Die Forscher haben dazu eine gleichzeitige, dreifach-blinde, randomisierte, kontrollierte Studie mit erwachsenen ADHS-Parienten an der Universität Tübingen untersucht. Die Teilnehmer wurden nur dann akzeptiert, wenn sie die DSM-IV-TR-Kriterien für ADHS erfüllten, zwischen 18 und 60 Jahre alt waren und keine oder eine stabile Anwendung von Medikamenten für mindestens 2 Monate vorweisen konnten. Ausgeschlossen waren Teilnehmer mit komorbider Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung, bipolarer Störung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Epilepsie oder einer traumatischen Hirnverletzung; Drogenmissbrauch oder Abhängigkeit sowie aktuelle oder geplante andere psychologische Behandlungen waren ebenfalls Ausschlusskriterien.


Die Probanden wurden dann zufällig drei Gruppen zugeordnet:

  • eine Neurofeedback-Gruppe. Sie erhielt 30 Neurofeedback-Sessions über 15 Wochen
  • eine Schein-Neurofeedback-Gruppe. Sie erhielt 15 Schein-Neurofeedback-Sessions, gefolgt von 15 Neurofeedback-Sessions über 15 Wochen
  • eine meta-kognitive Gruppentherapiegruppe, die 12 Sessions über 12 Wochen erhielt.
Die Teilnehmer wurden im Unklaren darüber gelassen, ob sie Neurofeedback oder Schein-Neurofeedback erhielten, aber diejenigen, die eine meta-kognitive Therapie erhielten, waren sich ihrer Behandlung natürlich bewusst.

Die primär ermittelten Daten waren die Symptom-Punktzahlen auf der Conners-ADHD-Bewertungsskala für Erwachsene, die vor der Behandlung beurteilt wurden, während der Behandlung (nach 8 Wochen), nach der Behandlung (nach 16 Wochen) und 6 Monate später.

Ergebnisse: Zwischen dem 1. Februar 2013 und dem 1. Dezember 2015 wurden 761 Personen für die Förderfähigkeit beurteilt. 656 (86%) wurden ausgeschlossen und 118 (15%) waren für die Teilnahme an dieser Studie berechtigt.


Die schließlich akzeptierten Teilnehmer wurden zufällig dem Neurofeedback (38 [32%]), dem Schein-Neurofeedback (39 [33%]) oder der meta-kognitive Therapie (41 [35%]) zugeordnet.

37 (97%) Individuen des Neurofeedbacks, 38 (97%) des Schein-Neurofeedbacks und 38 (93%) der meta-kognitiven Therapie wurden schließlich in die Analyse aufgenommen.

Selbstberichtete ADHS-Symptome verringerten sich für alle Behandlungsgruppen zwischen der Vorbehandlung und dem Ende des 6-Monats-Follow-ups, unabhängig von der Behandlungsmethode. Es wurden dabei keine behandlungsbedingten oder verfahrensbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass ein Neurofeedback-Training einem Schein-Training oder einer Gruppen-Psychotherapie nicht überlegen ist. Alle drei Behandlungen waren ähnlich wirksam bei der Verringerung der ADHS-Symptome.

Diese erste randomisierte, Schein-kontrollierte Studie zeigte also keine spezifischen Effekte von Neurofeedback auf ADHS-Symptome bei Erwachsenen.

Hier geht es zur Originalveröffentlichung

 

Freitag, 24. März 2017

ADHS – ein weiterer Exportschlager aus den USA

Es ist wohl ein Naturgesetz: Alles "Bedenkliche" (deutsch für bullshit) schwappt irgendwann aus den USA herüber nach Europa: die epidemische Fettleibigkeit, Leggins für Unförmige, Sozialabbau, Lobbyismus – und der seuchenähnliche Anstieg der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung bei Kindern und Jugendlichen und deren überbordende Medikamentierung. Die Niederlande hat da jetzt schon die Nase vorn und auch unsere (deutsche) Steigerungsrate von 60 Prozent in sechs Jahren kann sich sehen lassen.

Dienstag, 22. November 2016

Melisse und Baldrian mit nur geringer Wirkung bei ADHS

In einem jetzt in "Complementary Therapies in Medicine" erschienenen Review wurden die Studien zusammengetragen, in denen Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit pflanzlichen Medikamenten behandelt wurden.

Neun dieser Studien entsprachen dem wissenschaftlichen Standard (doppelblind) und hatten zusammen 464 Patienten im Test.

Das Ergebnis war eher ernüchternd:

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Niedrige Nachweise für Wirksamkeit konnten für Melisse, Baldrian und Passiflora incarnata, ein Passionsblumengewächs, gefunden werden. Für Kiefernrindenextrakt und Gingko biloba waren die Hinweise auf eine Wirksamkeit noch geringer. Die anderen pflanzlichen Präparate im Test, fielen, was die Behandlung von ADHS-Symptomen angeht, komplett durch.

Fazit der Autoren: Zwar fehle es noch an einer ausreichenden Anzahl von entsprechenden Studien, doch könnten bisher keine konkreten Behandlungsempfehlungen gegeben werden.

Hier geht es zum Review


 

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