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Freitag, 22. September 2017

G8 oder G9? – G9-Schüler werden intelligenter

Jetzt ist es raus: Eine längere Schulzeit ist mit einer höheren Intelligenz verbunden. G9-Schüler schlagen in dieser Beziehung G8-Schüler, trotz gleicher Lehrpläne und gleicher Lerninhalte. So ist die schulische Wirkung offenbar nicht primär auf die Förderung von Lehrplan-gebundenen kognitiven Fähigkeiten, sondern auf intelligenzbezogene Fähigkeiten zurückzuführen.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass jedes Jahr der Schulbildung einen signifikanten positiven Einfluss auf den Intelligenzquotienten (IQ) hat. Allerdings gibt es noch eine Debatte darüber, wie dieser Effekt zu erklären ist.

Mit der deutschen G8-Schulreform wurde die Dauer der Schulbesuche in deutschen Gymnasien von 9 Jahren (G9) auf 8 Jahre (G8) verkürzt, während gleichzeitig sowohl der Lehrplaninhalt als auch die Unterrichtsmenge vollständig erhalten bleiben sollten.

Prof. Dr. Ricarda Steinmayr
In einer aktuellen Forschungsarbeit von Wissenschaftlern aus Dortmund wurde jetzt die G8-Reform als ein natürliches Quasi-Experiment verwendet, um die Frage zu beantworten, ob die Dauer der Schulzeit die Intelligenztest-Ergebnisse erhöhen würde, auch wenn die Schüler mit einer unterschiedlichen Anzahl von Schuljahren die gleichen Lehrinhalte in einer gleich großen Anzahl von Lerneinheiten absolviert hatten.

Es wurden dazu zwei Studien durchgeführt. In der Studie A wurden die Testergebnisse von 81 G8-Zehntklässler (im Schnitt 15,16 Jahre alt) und 80 G9-Elftklässler (im Schnitt 16,39 Jahre alt) mittels des Berliner Intelligenzstrukturtests getestet und verglichen.

In der Studie B untersuchten die Forscher die kognitiven Fähigkeiten von 244 G8-Schüler der 10. Klasse (15,23 Jahre im Schnitt) und 204 G9-Schüler der 11. Klasse (16,33 Jahre im Schnitt) mit dem Intelligenz-Struktur-Test 2000 R.

Die G9-Schüler übertrafen die G8-Schüler bei fast allen kognitiven Fähigkeiten trotz gleicher Lehrpläne. So scheint die Auswirkung der Schulbildung auf den IQ in erster Linie auf die Förderung von intelligenzbezogenen Fähigkeiten zurückzuführen sein, weniger auf die formalen Lehrpläne.

Hier geht es zur Originalveröffentlichung

 

Dienstag, 14. März 2017

Turbo-Abi verringert nicht die Quantität der neuen Bachelors – aber deren Qualität

Abitur nach acht statt nach neun Jahren. Hatte dies Auswirkungen auf die Leistungen in einem anschließenden Studium? JA!: Die Leistungen der Turbo-"Gereiften" wurden im Mittel schlechter bewertet. Und trotzdem: Ein kollektives "Durchwurschteln" hat dabei verhindert, dass die Abbrecherquote gestiegen ist.

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